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TREND

Deluxe statt Durchschnitt

Bei Urlaubsreisen steigen die Ansprüche

Deluxe statt Durchschnitt

Bei Urlaubsreisen steigen die Ansprüche

Gewöhnlich war gestern. Resorts der Luxusklasse sind bei Urlaubern gefragter denn je.

In einem durchschnittlichen Hotel einzuchecken und sich an einen gewöhnlichen Pool zu legen, genügt zahlreichen Reisenden nicht. Sie erwarten mehr – und sind oft auch bereit, mehr dafür auszugeben. Kein Wunder, dass das Angebot von Hotels im oberen Segment in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist. Aktuelle Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg belegen diese Entwicklung. In der „Studie zum Reiseverhalten der Deutschen“ heben die Forscher den „Trend zum Luxusurlaub“ hervor. „Die Ausgabebereitschaft deutscher Urlauber ist hoch“, heißt es darin. „Reisebüros erzielen mit Reisebuchungen im Preissegment von 3.000 Euro oder mehr pro Person derzeit ein Umsatzwachstum von 16 Prozent.“ Damit wachse das Luxussegment deutlich stärker als der Gesamtmarkt. Die GfK fand zudem heraus, dass die Menschen in Deutschland insgesamt sieben Prozent mehr für ihren diesjährigen Sommerurlaub ausgeben als 2013. „Für eine höhere Ausgabebereitschaft spricht außerdem, dass immer häufiger Hotels der Vier- oder Fünf-Sterne-Kategorie ausgesucht werden.“

Den Reiseveranstalter alltours gibt es bereits seit 1974, aktuell rangiert das Unternehmen unter den größten Reiseveranstaltern Europas auf Platz sechs. alltours hat seine Angebote im oberen Marktsegment in jüngster Vergangenheit ausgebaut, für den Sommer 2014 liegt der Anteil der Vier- und Fünf-Sterne-Hotels bezogen auf die Bettenkapazität bei inzwischen fast 80 Prozent. Das links abgebildete Hotel beispielsweise gehört zur unternehmenseigenen Hotelkette allsun und kann über alltours gebucht werden. Willmy PrintMedia übernimmt für alltours und deren angeschlossene Marken sowie für andere europaweit tätige, namhafte Reiseveranstalter die Katalogproduktion im High-Volume-Rollenoffset.

Über 64 Milliarden Euro für den Urlaub

Die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) in Kiel erfasste bei ihrer „Reiseanalyse 2014“ ebenfalls einen „Rekordwert“ bei den Gesamtausgaben für Urlaubsreisen: Diese stiegen im Vergleich zum Vorjahr bei einer Reisedauer von fünf Tagen und mehr auf insgesamt über 64 Milliarden Euro. Schon im Vorjahreszeitraum konnte die Branche ein Plus von fünf Prozent verzeichnen. Doch auch das ist wohl noch steigerungsfähig. Denn für dieses Jahr planen, laut FUR, die meisten Urlauber das gleiche Budget wie 2013 ein. „Elf Prozent wollen sogar tiefer ins Portemonnaie greifen“, heißt es in der Reiseanalyse. Soweit die Zahlen der Statistiker. Der Deutsche ReiseVerband (DRV) in Berlin kann darüber hinaus auf Erfahrungen aus der Praxis zurückgreifen und die Daten noch ausführlicher einordnen. „Bei Reiseveranstaltern steigen die Umsätze seit Jahren kontinuierlich“, weiß Torsten ­Schäfer, Sprecher des DRV. Dafür gebe es vielfältige Gründe. „Zum einen steigen etwa bei den Flugreisen die Kosten für Kerosin oder in den Urlaubsländern die Kosten für Energie und Lebensmittel, sodass Hotels oder auch Fluggesellschaften die Preise erhöht haben. Dies schlägt sich auch in höheren Preisen für Pauschalreisen nieder.“

Traumhafte Dachterrasse: Das Hotel Amàrac auf Mallorca wurde erst im Winter umgebaut. Es gehört zur Hotelkette allsun des Willmy MediaGroup-Kunden alltours (siehe Info). (Foto: alltours)

Vier- und Fünf-Sterne-Segment ausgebaut

Die Preissteigerungen sind nicht der einzige Grund, warum im Reisesektor größere ­Umsätze verzeichnet werden. „Hochwertige Reisen zu einem höheren Preis werden heute mehr gebucht als noch vor Jahren. Das kurbelt natürlich die Umsätze an“, betont ­Torsten Schäfer. „Im Luxussegment verzeichnen wir ein überdurchschnitt­liches Umsatzwachstum.“ Dazu gehörten nicht nur Kreuzfahrten oder Rundreisen. Vor allem das Vier- und Fünf-Sterne-Hotel-Segment sei in den vergangenen zwei Jahren massiv ausgebaut worden. „Wir sehen ganz klar, dass bei Reiseveranstaltern höherwertige Reisen und besser ausgestattete Hotels stärker ­gebucht werden als je zuvor.“ Wichtig ist dabei zu wissen, dass fünf Sterne nicht gleich fünf Sterne sind. In Deutschland vergibt der Deutsche ­Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) zwar nach bestimmten Kriterien ein bis fünf Sterne. Und auch weltweit gelten ähnliche Standards, eine international einheitliche Klassifizierung gibt es jedoch nicht. Manchmal wird vielleicht mehr Wert auf die Größe eines Zimmers gelegt, manchmal gibt es schlichtweg keine vier festen Wände – und doch kann eine zum Strand hin geöffnete Unterkunft auf einer einsamen Insel ein Höchstmaß an Exklusivität darstellen. Eine Erleichterung können die Klassifizierungen der Reiseveranstalter sein, denn diese bewerten ihre Angebote weltweit oft nach ähnlichen Kriterien. Eine Art eigenes Sternesystem also. Für Urlauber bedeutet das: Wer bereits Erfahrungen mit einem Deluxe-Hotel eines bestimmten Veranstalters im Land X gemacht hat, kann bei seiner nächsten Buchung mit diesem Anbieter davon ausgehen, dass ein Deluxe-Angebot im Land Y vergleichbare Merkmale aufweist.

Eine der wichtigsten Freizeitbeschäftigungen

Aber woher kommt der Wunsch nach mehr Abwechslung, mehr Luxus, nach Urlaub deluxe? An dieser Stelle lohnt ein Blick in die Vergangenheit. Lange Zeit war das Reisen etwas sehr Exklusives. Vor rund 150 Jahren war es nur wenigen Menschen vorbehalten, andere Regionen oder gar ferne Länder zu erkunden. Als vor einigen Jahrzehnten sich im­­mer mehr Familien Autos leisten konnten und Flugreisen bezahlbar wurden, änderte sich das. Strandurlaub am Mittelmeer – diesen Traum erfüllten sich immer mehr Reisende. Das zu erleben, was viele erleben, scheint heute jedoch nicht mehr besonders attraktiv zu sein. „Urlaub ist für viele Deutsche eine der wichtigsten Freizeitbeschäftigungen. Man will es sich gut gehen lassen, eine tolle Zeit haben und Kraft und Erholung schöpfen für den Alltag“, sagt Fachmann Torsten Schäfer. Da die Menschen heute über mehr Geld verfügten, werde auch der besondere Urlaub zu einer Art Statussymbol. Der Reisemarkt habe sich, dem Reiseexperten zufolge, von einem Massenmarkt, der beispielsweise drei Wochen Strandurlaub in Spanien vorsieht, zu einem weitaus differenzierteren entwickelt.

Was muss ich bei Hotelbewertungen im Internet beachten?

Im Internet geteilte Reiseerfahrungen können durchaus hilfreich sein. Allerdings sollte man dabei nicht nur auf die Durchschnittsnote aller User schauen, sondern sich auch einzelne Kommentare genauer durchlesen, empfiehlt Stiftung Warentest. So bekomme man einen besseren Einblick über die Lage des Hotels, das Essen, die Zimmer, den Service und könne selbst entscheiden, was einem wichtig ist. Auch die von Urlaubern hochgeladenen Fotos können dabei helfen.

Welche Versicherungen sind empfehlenswert?

Eine Reiserücktrittversicherung springt laut Stiftung Warentest dann ein, wenn man eine gebuchte Reise doch nicht antreten kann, weil zum Beispiel einer der Reisenden krank geworden ist. Häufig gibt es eine Selbstbeteiligung. Oft wird auch Reiseabbruch mitversichert. Das kann notwendig werden, wenn zu Hause ein Notfall eintritt und man frühzeitig abreisen muss. Eine Versicherung könne dann die Zusatzkosten für ein Flugticket übernehmen und nicht genutzte Hotelleistungen erstatten. Laut Stiftung Warentest ist außerdem eine Auslandsreisekrankenversicherung sinnvoll, die es schon für wenige Euro Jahresbeitrag gibt.

Was sind wesentliche Verbraucherrechte?

Fallen Flüge aus oder sind überbucht, haben Reisende nach Angaben des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen Anspruch auf Entschädigung – es sei denn, es handelt sich um sogenannte „außergewöhnliche Umstände“, auf die das Verkehrsunternehmen keinen Einfluss hat. Treten bei einer Pauschalreise Mängel auf – ist zum Beispiel das Hotelzimmer schmutzig, der Ausblick verbaut –, sollten diese, laut Bundesverbraucherministerium, sofort und am besten schriftlich beim Reiseleiter vor Ort gemeldet werden. Fotos, Videos und die Angabe von Zeugen können hilfreich sein. Unter Umständen kann man den Reisepreis mindern. Feste Regelungen gibt es hierfür jedoch nicht.

"Man will es sich gut gehen lassen."

So individuell wie möglich

Und hier kommen die Hotels für hohe Ansprüche ins Spiel. Wellness-Hotels, Unterkünfte für Naturliebhaber und solche, die Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt stellen, sind mittlerweile keine Seltenheit mehr. „Und auch der Boom im Vier- und Fünf-Sterne-Hotel-Segment ist darauf zurückzuführen“, so Torsten Schäfer. Dieser Trend für gehobene Unterkünfte gelte für das In- und Ausland. Am stärksten sei dieser Bereich in der Türkei gewachsen, einfach weil viele Deutsche dorthin reisen. Doch auch in anderen Ländern und Regionen wurde nachjustiert, beispielsweise in Ägypten und der Karibik. Selbst Deluxe und Premium Deluxe sind für viele deutsche Anbieter keine Fremdworte mehr. Warum die Bereitschaft, für den Urlaub deutlich mehr auszugeben, ungebrochen ist, fasst Torsten Schäfer in einem Satz zusammen: „Heute möchte jeder einen Urlaub haben, der auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten ist.“

Aliki Nassoufis

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