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Sonnige Aussichten auch am Nordhang

Energiegünstig bauen unter ungünstigen Bedingungen

Sonnige Aussichten auch am Nordhang

Energiegünstig bauen unter ungünstigen Bedingungen

Mit intelligenter Architektur und moderner Wärmetechnik lassen sich energieeffiziente Wohnhäuser auch in nicht idealen Lagen bauen. Ein Beispiel.

Die deutsche Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Energieverbrauch massiv zu senken. Großes Einsparpotenzial bietet unter anderem der Gebäudebestand, auf den etwa 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs entfallen. Dieser soll in den nächsten 30 Jahren sukzessive reduziert werden. Bis Ende 2020, so gibt es die Novellierung der Energieeinsparverordnung 2014 (EnEV 2014) vor, sollen alle Neubauten klimaneutral errichtet werden, bis 2050 soll der gesamte Gebäudebestand im Bundesgebiet klimaneutral sein.

 

Im Beispielhaus fällt dank eines verglasten Innenhofs wärmendes Sonnenlicht aus Richtung Süden in die Wohnräume. (Foto: Stefan Meyer, Berlin/Nürnberg)

Künftig strengere Anforderungen

Damit dies gelingen kann, legt die EnEV Vorgaben fest, die vor allem Neubauten betreffen: Für diesen Bereich werden die Effizienzanforderungen ab 2016 um 25 Prozent angehoben. Etwa 85 Prozent des Energieverbrauchs in Gebäuden entfallen auf die Heiz­wärme und die Warmwasseraufbereitung. Deshalb wird an dieser Stellschraube besonders stark gedreht. Der Heizwärmebedarf eines Niedrigenergiehauses darf maximal 70 Kilowattstunden pro Quadrat­meter und Jahr (kWh/(qm*a)) betragen, was einem Verbrauch von etwa sieben Litern Heizöl oder sieben Kubikmetern Erdgas entspricht. Bei einem Passivhaus liegen die Grenzwerte sogar nur bei 15 kWh/(qm*a).

Neben Hausfarbe und Bodenbelag, Dachschrägen und Erkerzimmern müssen sich Bauleute daher auch zunehmend Gedanken über Dämmung, Isolierglasfenster und den passenden Heizkessel machen. Doch das lohnt sich nicht nur wegen der Vorgaben: Wer entsprechend plant, verringert seine eigenen Energiekosten. Aus baulicher Sicht gelten eine kompakte Gebäudeform, die Nutzung von Sonneneinstrahlung durch geschickt angeordnete und richtig dimensionierte Fenster, eine dichte und ausreichend gedämmte Gebäudehülle sowie ausreichend Speichermasse zum Ausgleich schwankender Temperaturen als besonders wirksam.

In der offenen Küche gehen Kochen, Essen und Wohnen ineinander über. (Foto: Stefan Meyer, Berlin/Nürnberg)

Ideale Ausrichtung

Dementsprechend sinnvoll ist es, bei der Hausplanung auf den Standort und die geografische Ausrichtung des neuen Domizils zu achten. Besonders geeignet ist eine Ausrichtung der Hauptfensterflächen nach Süden. Dies garantiert möglichst viel Sonne in den Räumen und wärmt die Zimmer auch im Winter durch Sonneneinstrahlung. Für den Sommer sollte in diesem Fall auf entsprechenden Sonnenschutz geachtet werden. Zimmer, die warm sein sollten, wie Wohn- und Kinderzimmer, gehen nach Süden, kühlere Räume, etwa Küche oder Abstellkammer, finden sich im nördlichen Teil des Hauses. Idealerweise gibt es auf der Nordseite nur kleine Fenster.

"Für Neubauten werden die Effizienzanforderungen angehoben."

Terrassenhof Richtung Süden

Was aber, wenn die Lage diese optimale Ausrichtung des Hauses nicht ermöglicht? Auch dann kann durch eine geschickte Bauweise und entsprechende Wärmetechnik ein energieeffizientes Haus realisiert werden: zum Beispiel das Haus K. in Erlangen, das die Besitzer auf einem nur schwer zu bebauenden Grundstück errichteten – mit schöner Aussicht, aber in steiler Hanglage mit Nordausrichtung. Der Nürnberger Architekt Markus Gentner plante die Südseite nahezu komplett verschalt, die komplette Nordseite dagegen verglast. Der Vorteil: ein Lichtschutz ist dort nicht notwendig. Damit trotzdem etwas Süd-Licht den Wohnbereich erhellt, schiebt sich eine verglaste Terrasse in das Hausinnere. Die Schlafräume, Kinderzimmer und das Bad fanden in der unteren Etage des Hauses Platz. Aufgrund der Hanglage ist der südliche Teil des Hauses eingegraben. Auf dieser Seite befindet sich auch das Badezimmer, das durch einen Lichtschacht natürlich und indirekt von oben beleuchtet wird.

Die raumhohen Fensterflächen im Wohnbereich geben den Blick auf eine schöne Aussicht frei und müssen an der Nordseite nicht sonnengeschützt werden. (Foto: Stefan Meyer, Berlin/Nürnberg)

Mechanische Lüftungssysteme

Die Ausrichtung ist nicht der einzige Faktor für ein energiesparendes Haus. Bei den Fenstern sollte darauf geachtet werden, dass sie doppelt oder dreifach isoliert sind. Sie besitzen, wie auch andere transparente Bauteile, den Glashauseffekt. Das heißt, die solare Strahlung dringt leichter durch die Oberfläche als die von innen kommende Wärmestrahlung. Ebenso wichtig wie gut isolierte ­Fenster ist die Wärmedämmung aller Fassaden samt Dach und Keller.

Zeitgemäße Isolierungen sind 20 bis 40 Zentimeter dick und lassen kaum Wärme durch die Wände. Bei gut isolierten Wohnhäusern, etwa bei modernen Niedrigenergie-, Passiv- und Plusenergie-Häusern, sollte deshalb unbedingt der Luftaustausch beachtet werden: Mechanische Systeme zur kontrollierten Wohnraumlüftung sind sowohl für die Gesundheit der Bewohner als auch für den Erhalt der Bausubstanz wichtig. Im Gegensatz zur herkömmlichen Lüftung über das Fenster geht beim Einsatz dieser Systeme nur wenig Energie ver­loren. So verfügt auch das Haus K. über eine kontrollierte Wohnraumlüftung.

Effizient Heizen mit Holzpellets

Damit ein Haus auch im Winter warm wird und heißes Wasser permanent zur Verfügung steht, darf eine energieeffiziente Heizungsanlage in keinem Neubau fehlen. Im Haus K. wurde ein Heizkessel von Viessmann eingebaut, der durch Holzpellets, einem umweltfreundlichen und günstigen Brennstoff, beheizt wird. Bei der Verbrennung dieses nachwachsenden Energieträgers entsteht weniger Schwefeldioxid; er ist komplett CO2-neutral und mit einem Wirkungsgrad von 95 Prozent sehr effizient. Es existieren aber auch zahlreiche andere Möglichkeiten, ein Haus zu erwärmen.

Wer Wärme- und Stromerzeugung miteinander kombinieren will, kann sich beispielsweise ein, momentan allerdings noch kostenintensives, Mini-Blockheizkraftwerk (BHKW) in den Keller einbauen lassen. Das BHKW bezieht Erdgas oder Erdöl und setzt damit einen Motor in Bewegung, dessen Kraft einen Generator antreibt, der daraus Strom erzeugt. Während dieses Prozesses entsteht Wärme, die dem Heizkreislauf direkt zugeführt werden kann. Wird sie nicht unmittelbar genutzt, kann sie in einem Wärmepuffer gespeichert werden. Produziert das BHKW mehr Strom als aktuell benötigt, wird der Überschuss ins ­allgemeine Stromnetz eingespeist und die Hauseigentümer ­erhalten eine entsprechende Vergütung. Dank effizienter Heiztechnik und intelligenter Bauweise entstand in Erlangen ein modernes Niedrigenergiehaus – trotz ungünstiger Ausrichtung und Lage.

Die Viessmann Group ist einer der international führenden Hersteller von Systemen der Heiz-, Kälte- und Klimatechnik. Das 1917 gegründete Familienunternehmen beschäftigt 11.400 Mitarbeiter, der Gruppenumsatz beträgt 2,1 Milliarden Euro. Das Komplettangebot des Unternehmens bietet individuelle Lösungen mit effizienten Systemen und Leistungen von 1,5 bis 120.000 Kilowatt für alle Anwendungsbereiche und alle Energieträger. Für die breite Öffentlichkeit hat Viessmann das Online-Forum Allianz pro Nach­haltigkeit mit Informationen über nachhaltiges Bauen, Wohnen und Modernisieren eingerichtet.

Die Willmy MediaGroup druckt die Preislisten von Viessmann. Dabei ist höchste Flexibilität bei Seiten und Umfängen gefordert, um eine maximale Aktualität zu gewährleisten.

allianz-pro-nachhaltigkeit.de

Kristina Taube

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