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Interview

„Wir brauchen flexiblere Arbeitsformen“

Ein Unternehmenslenker am Steuer: Für den Titel setzte sich DATEV-Chef und BITKOM-Präsident Dieter Kempf, selbst Besitzer eines Oldtimers, in einen Alfa Romeo Spider.

„Wir brauchen flexiblere Arbeitsformen“

Ein Unternehmenslenker am Steuer: Für den Titel setzte sich DATEV-Chef und BITKOM-Präsident Dieter Kempf, selbst Besitzer eines Oldtimers, in einen Alfa Romeo Spider.

Dieter Kempf, Präsident des BITKOM und Vorstandsvorsitzender der DATEV, über Risiken und Chancen von Clouds und Social Media, Umbrüche in der Arbeitswelt und seinen Karrierestart als einer der ersten Mitarbeiter bei McDonalds in Deutschland.

Herr Professor Kempf, Sie benutzen ein abhörsicheres Handy. Sind Sie ein besonders vorsichtiger Mensch?
„Abhörsicher“ klingt nach Geheimdienst, ganz so würde ich es nicht bezeichnen. Aber es ist in der Tat so, dass ich eine neunstellige PIN verwende, und dass wir bei unseren Diensthandys zum Beispiel Bluetooth-Verbindungen technisch sperren. Weil wir unsere Smartphones nicht mehr nur zum Telefonieren, sondern auch zur Kommunikation mit unserem eigenen Büronetzwerk nutzen, legen wir besonders Wert darauf, dass diese nicht so einfach zu knacken sind.
Immer wieder machen Datenlecks und Hackerangriffe Schlagzeilen. Tun die Unternehmen in Deutschland nach diesen Vorfällen genug für die Sicherheit?
Ich glaube schon, dass das Bewusstsein für notwendige Sicherheitsinfrastrukturen in der Breite deutlich gestiegen ist. Wir wissen aber auch durch Umfragen in unserem Branchenverband BITKOM, dass sich insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen oftmals sehr schwer damit tun: Es gibt keinen konkreten Ansprechpartner, es gibt nicht immer das notwendige Know-how, es fehlt oft auch das Bewusstsein im Management. Wir sehen Chancen, dass es durch Cloud-Computing besser wird, weil es technisch sehr wohl möglich ist, Cloud-Infrastrukturen besser abzusichern, als es der normale mittelständische ITK-Nutzer könnte. Gleichzeitig muss man aber auch sehen, dass Cloud-Infrastrukturen noch an Vertrauen bei den Unternehmen gewinnen müssen.
DATEV war beim Cloud-Computing ein Pionier. Wie können Unternehmen die Risiken minimieren?
Wir hatten dabei sicherlich, da muss man ehrlich sein, eine Sondersituation, weil wir einen Kundenkern haben, der auf Sicherheit wegen seines eigenen Berufsrechts hohen Wert legt. Sicherheit ist teuer oder mindestens umständlich, und umständlich heißt letztlich auch teuer. Wer über Cloud-Dienstleistung nachdenkt, sollte sich den Anbieter genau ansehen. Und zwar nicht nur daraufhin, ob dieser das Vertrauen durch nachgewiesenes vernünftiges Geschäftsgebaren in der Vergangenheit rechtfertigt, sondern auch, ob er die Vertrauenslevels versteht, die man braucht. Spricht er deine Sprache? Das hat aber nicht nur mit Deutschkenntnissen zu tun, sondern eher mit den Inhalten, über die man sich einig werden muss. Und dann würde ich jedem raten zu bedenken, dass es vermutlich einfacher ist, Daten oder einen Geschäftspartner dort zu haben, wo es eine demokratische, transparente Rechtsstaatlichkeit gibt und ich auch die Rechtsentwicklung beobachten kann.
Beim Gespräch (v.l.): Sven Plundrich (Geschäftsführender Gesellschafter Willmy MediaGroup), Professor Dieter Kempf, Rainer Möller (Geschäftsführer des Verlages WillmyCC), Samuel Heller (Redakteur WillmyCC). (Foto: André Deco)
Können deutsche Unternehmen ihre Daten guten Gewissens auf Servern in den USA speichern?
Die USA haben seit 9/11 den USA Patriot Act. Wir haben leider bis heute zwischen der EU oder Deutschland und den USA kein Rechtsabkommen, das eindeutig regelt, wie man damit umgeht. Deutschland glaubt, die Amerikaner dürften auf in Deutschland liegende­ Server amerikanischer Unternehmen nicht zugreifen. Die USA sind überzeugt, dass sie das jederzeit dürfen. Wenn ich ein Unternehmen habe, bei dem mich dieses Szenario nicht stört, kann ich meine Daten in die USA auslagern. Wenn es das tut, oder wenn meine Hauptwettbewerber in den USA sitzen, würde ich es wahrscheinlich nicht tun. Aber diese Abwägung kann jedes Unternehmen nur für sich treffen. Für die meisten Unternehmen wird aber wichtiger sein, wie gut ihr Cloud-Provider die vielen illegalen Netzattacken abwehrt, die täglich die Netz- und Datensicherheit gefährden.
Stichwort Social Media: Die DATEV hat in Facebook einen recht progressiven Auftritt. Wie wird sich die Unternehmenskommunikation durch die sozialen Netzwerke verändern?
Wir werden damit umgehen müssen, dass Nachrichten nicht mehr nur über professionellen Journalismus weitergetragen werden, sondern möglicherweise auch über jeden, der ein Smartphone sein Eigen nennt. Und wir werden Fälle erleben, in denen dies unproblematisch erscheint. Denken Sie an die Notlandung des Flugzeugs auf dem Hudson River. Nicht Journalisten, sondern Privatpersonen mit Handys hatten die ersten Videos. Wir haben aber auch eine andere Seite: Zum Beispiel das Youtube-Video von dem Musiker, dessen Gitarre bei einem Flug mit United Airlines kaputtging und der dann vergeblich versucht hat, Schadenersatz zu bekommen. „United Breaks Guitars“ ist in der Originalversion mittlerweile um die zwölf Millionen Mal angeklickt. Und es gibt 10 bis 15 Mutationen in unterschiedlichen Sprachen davon. Eine solche Taylor-Gitarre kostet neu ungefähr 2.000 Dollar. Ich schätze, der Imageschaden für United beträgt mindestens das Tausendfache.

Nach seinem Karrierebeginn bei McDonalds noch während des BWL-Studiums arbeitete der 59-Jährige bei der Arthur Young (später Ernst & Young) Wirtschafts­prüfungsgesellschaft, wo er zuletzt Geschäftsführer und Mitgesellschafter war. Kempf trat 1991 als Vorstands­mitglied in die DATEV ein, verantwortlich für die Produkt- und Softwareentwicklung. Seit 1996 ist der gebürtige Münchner Vorstandsvorsitzender, seit vergangenem Jahr auch Präsident des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien BITKOM.

 

Wie können Unternehmen damit umgehen?
Ich muss Social Media zum inhärenten Bestandteil meiner Unternehmenskommunikation machen –­ im Guten wie im Schlechten. Das heißt ich muss, wenn dem Unternehmen ein Fehler passiert ist, sagen, der Fehler ist passiert, was tun wir dagegen. Zu glauben, man könne Informationen sukzessive an die Öffentlichkeit geben, egal ob über die Presse oder nicht, ist ein großer Irrtum.
Welche derartigen Medien nutzen Sie bei der DATEV?
Wir merken, dass wir unsere Kunden und Mitglieder viel stärker damit erreichen, als wir anfangs gedacht haben, sowohl im professionell gestalteten Social-Media-Bereich mit zwei sehr großen steuerberaterspezifischen Xing-Nutzergruppen, aber auch in Facebook. Aber last not least dürfen irgendwann auch Portale wie Youtube nicht mehr Tabu sein. Wenn Sie schauen, wie viele Reiseveranstalter längst Youtube als Informationskanal für ihre Reiseziele nutzen, muss man sich überlegen, ob das nicht auch für ein Unternehmen wie unseres mit keiner jungen, „hippen“ Zielgruppe eine Kommunikations­schiene sein kann, vielleicht sein muss.
Laut BITKOM fehlen in der Branche 38.000 Fachkräfte. Das heißt, es geht auch darum, sich als Arbeitgeber zu positionieren. Die DATEV macht das zum Beispiel in Facebook. Was ist hier Ihre Kommunikationsstrategie?
Wenn ich mich an eine Generation wende, die nicht mehr mit Musik auf Platten oder CDs aufwächst, muss ich mich natürlich als Arbeitgeber auch attraktiver positionieren, als an der Uni bei der nächsten Veranstaltung ein Plakat aufzuhängen oder einen Tapeziertisch aufzustellen. Und wenn ich will, dass jemand Informationen auch positiv aufnimmt, dann muss ich es schon in seiner Kommunikationsform vermitteln. Ein Vorstandskollege hat mal gesagt: „Es gibt keinen Arbeitskräftemangel, es gibt nur weniger attraktive und attraktivere Arbeitgeber.“ Ich gestehe, so weit würde ich mich noch nicht aus dem Fenster lehnen (lacht), aber natürlich ist da ein Stück Wahrheit dran. Letztlich ist es beim Werben um Mitarbeiter nicht wichtig, der Beste zu sein. Man muss nur besser sein als der Wettbewerber. Sie kennen vielleicht den Witz der beiden kanadischen Jäger, die einen riesigen Bären vor sich auftauchen sehen? Der eine reißt seinen Rucksack runter und holt seine Laufschuhe raus. Der andere fragt: „Glaubst du vielleicht, du bist schneller als der Bär?“ Sagt der andere: „Ich will gar nicht schneller sein als der Bär, nur schneller als du.“
Foto: André Deco
Die DATEV ist eine Genossenschaft, die Vereinten Nationen haben 2012 zum Jahr der Genossenschaften ausgerufen. Sind Genossenschaften zeitgemäß?
Wir nehmen sie oft nur als Rechtsform wahr, aber in Wirklichkeit ist es eine häufig verkannte Wirtschaftsform. Uns Genossenschaften ist in der Vergangenheit offenbar ein Kardinalfehler unterlaufen. Wir haben immer die Rechtsform erläutert, nie, was genossenschaftliches Wirtschaften von anderen Wirtschaftsformen unterscheidet. Einer der wesentlichen Unterschiede ist, dass das unternehmerische Gewinnstreben nicht im Vordergrund steht. Das veranlasst fast jeden Gesprächspartner, zu fragen: „Dann seid ihr gemeinnützig?“ Nein, das sind wir natürlich nicht, auch wir wollen Gewinn machen. Aber die Gewinnerzielung, die Gewinnhöhe, ist nicht das erste Ziel. Und hier gibt es viele Beispiele für moderne genossenschaftliche Wirtschaftsformen: Die Internetregistrierungsstelle DENIC ist eine eingetragene Genossenschaft. Und die Zusammenschlüsse der verschiedenen Airlines, die wir Geschäftsleute relativ häufig in Anspruch nehmen, sind zwar von der Rechtsform her keine Genossenschaften, aber von der Wirtschaftsform her etwas ziemlich Ähnliches.
Die DATEV plant ein neues Software-Entwicklerzentrum in Nürnberg. Welche Formen des Arbeitens wollen Sie dort umsetzen?
Wir haben vor, moderne teamorientierte Strukturen zu schaffen, keine Einzelbüros mehr. Mir scheint es seltsam, wenn wir wissenschaftlich bei der Softwareentwicklung über „Schwarmintelligenz“ diskutieren, die Menschen dann aber in Einzelbüros sperren. Und wenn ich sehe, wie die Studierenden an der Uni sich Lerninhalte gemeinsam erarbeiten, dann scheint mir das auch nicht zusammenzupassen mit unseren alten Bürostrukturen. Darum wünsche ich mir etwas Offeneres, Teamorientierteres, Gestaltbareres. Natürlich sind viele seit den 1980er-Jahren großraumbürodiskussions- oder auch -erlebnisgeschädigt, aber vielleicht gibt es etwas Vernünftiges dazwischen. Das muss natürlich nicht im Gegensatz stehen zu Arbeitsformen wie dem Arbeitsplatz zu Hause. Wir können das Arbeitskräfte­problem der Zukunft nur lösen, wenn es gelingt, jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter einen der jeweiligen Lebensphase angepassten Arbeitsplatz zu geben.
Sie meinen die Familienphase?
Es geht künftig zunehmend auch um jene, die sich gegen Ende ihres Arbeitslebens um ihre Eltern kümmern müssen. Wenn plötzlich der 55- oder 60-Jährige, der noch voll im Saft steht, zu Hause einen 85-jährigen Vater oder eine 85-jährige Mutter hat, die Pflege, Zuwendung und Zeit braucht. Das heißt, wir brauchen Flexibilitätsformen der Arbeit über das gesamte Arbeitsleben.

"Wir sind als Branche insgesamt mit großem Rückenwind ins Jahr 2012 gestartet."

Werden Unternehmen zunehmend versuchen, Mitarbeiter über die Altersgrenze hinaus zu binden?
Ich bin der Überzeugung, dass wir auch da flexiblere Formen brauchen, eine starre Endgrenze­, so wie wir sie heute haben, halte ich für nicht zielführend. Andererseits ist das in vielen Bereichen, die wir als ITK-Unternehmen haben, gar nicht einfach. Wenn man ein Leben lang Software entwickelt hat, ist es vermutlich in einer Altersgruppe Ende 60 nicht mehr so einfach, sich dem Stress auszusetzen. Außerdem kann ich bei einem Softwareentwicklungsprozess nicht einfach die Arbeit eines Mitarbeiters mit 40 oder vielleicht auch mal mehr Stunden auf zwei Mitarbeiter mit je 20 aufteilen. Arbeit ist an der Stelle nicht immer so fraktionierbar. Aber wenn ein Mitarbeiter eine Dreiviertelstunde zum Arbeitsort fährt, kann ich diesen Stressfaktor mit dem vernünftigen Einsatz von Technologie auch dadurch wegnehmen, dass dieser von zu Hause arbeitet. Das heißt aber auch, dass wir uns von dem immer noch vorhandenen Führungsdenken lösen müssen, ein Mitarbeiter sei nur gut, wenn man kontrollieren kann, ob er da ist. Einen Softwareentwickler kann ich nicht kontrollieren, indem ich Anwesenheit kontrolliere.
Wie entwickelt sich die ITK-Branche?
Wir sind als Branche insgesamt mit großem Rückenwind ins Jahr 2012 gestartet, wobei es wie immer in einer heterogenen Branche Unterschiede gibt. Die Software- und Rechenzentrums-Dienstleister sowie die Hardwareanbieter waren sehr gut dabei. Wer sich nach wie vor schwer tut, sind die Kommunikationsdienstleister. Hier stagnieren die Umsätze oder gingen leicht zurück, während die Absätze exorbitant nach oben gestiegen sind. Das ist die unangenehmere Seite der aus Kundensicht angenehmen Flatrates zum Beispiel. Wer nicht ganz so gut davonkam im vergangenen Jahr, war die Consumer Electronics, die sportliche Highlights braucht. Vielleicht bringt die Europameisterschaft Chancen, wenn die Fußbälle dreidimensional durchs Wohnzimmer fliegen. Smartphones werden einen weiteren Siegeszug erleben. Und vielleicht wird es irgendwo zwischen iPads und Notebooks noch eine Geräteklasse geben, die die Vorteile beider Welten verbindet. Es gibt ja schon die ersten Prototypen dazu. Insgesamt gehen wir von etwa zwei Prozent Umsatzwachstum in diesem Jahr aus, wobei Software und Services wohl mit knapp vier Prozent am oberen Ende liegen wird und die Consumer Electronics froh sein wird, wenn sie eine schwarze Null schreibt.

Die Nürnberger DATEV eG zählt als IT-Dienstleister für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte und deren Mandanten zu den größten Softwarehäusern in Europa. Als langjähriger Partner betreibt die Willmy MediaGroup die Web-to-Print-Anwendung DATEV E-Print. Seit dem letzten Relaunch und einer Kopplung mit DATEV E-Content können Kanzleien damit nicht nur Drucksachen einfach erstellen, sondern auch Videos, Demos und Banner per Mausklick in ihre Internetseiten einbinden.

Die DATEV hat ihren Sitz in Nürnberg. Was schätzen Sie als Oberbayer an Franken?
Es hat viel erlebbare Lebensqualität. Natürlich sind die Alpen höher. Natürlich ist es zum Skifahren leichter, wenn man das von München aus macht. Aber vieles von dem, was Oberbayern als Lebensqualität hat, teilt man dummerweise mit zwei oder drei Millionen anderen – und meist auch just zur gleichen Zeit, weil alle am gleichen Tag zum Skifahren wollen. Hier in Franken ist die Lebensqualität einfacher erlebbar. Man kann großstädtisches Flair genauso haben wie das wunderbare Schäufele- oder Karpfenessen auf dem Land für einen Preis, der jedem Münchner die Tränen der Verzweiflung in die Augen treibt.
Und was gefällt Ihnen nicht?
Die Nürnberger haben immer den Drang, sich mit den Münchnern zu vergleichen. Mein Appell wäre: Entwickelt ein eigenes Selbstbewusstsein. Ihr habt Grund genug dazu. Ich denke, als Region sind wir hoch attraktiv, was auch wichtig ist für die Gewinnung von Arbeitskräften.
Sie haben Ihre berufliche Karriere als einer der ersten Mitarbeiter von McDonalds in Deutschland begonnen.
Ich war Angestellter Nummer drei in Deutschland. Es war, was ein Job neben der Schule und neben dem Studium immer ist: Gelderwerb. Ich wollte unabhängig sein von meinen Eltern, wollte Motorrad fahren, wollte auch mal Dummheiten machen, und die mussten finanziert werden. Der Unterschied zu einem normalen Geldverdienen wie im Supermarkt lag darin, in einem Unternehmen zu arbeiten, das damals nicht nur brandneu war, sondern auch irgendwie verrückt. Das hat besondere Chancen geboten, wenn man auch Lust hatte, sich dort zu engagieren. Und ich hatte große Gönner und Förderer im Unternehmen, was auch leichter ist bei einem Unternehmensneustart. Ich durfte nach – ich weiß es nicht mehr genau – drei Jahren stellvertretender Manager eines solchen Restaurants sein. Ich durfte in Teilzeit so ein Restaurant führen – 40 Jahre später diskutieren wir immer noch Rahmenbedingungen von Teilzeitführungskräften.
Wie haben Sie von diesen Erfahrungen profitiert?
Natürlich habe ich betriebswirtschaftliche Zusammenhänge unter einem Blickwinkel erlernt, den mir eine Uni, die ich ja parallel dazu besucht habe, nie bieten konnte. Meine Personalwirtschaftsvorlesungen an der Uni hatten etwas andere Inhalte als meine personalwirtschaftlichen Probleme mit einem damals ungefähr 60 Personen starken Mitarbeiterstamm über vielleicht zehn verschiedene Nationalitäten. Sie lernen, dass bestimmte Tätigkeiten auch vor hierarchischen Höhen nicht Halt machen. Das schadet fürs Leben glaube ich nicht. Ob es mitgeholfen hat, mir eine Erdung zu erhalten, dürfen andere entscheiden. Ich habe zumindest für mich das Gefühl gehabt, dass es nicht das Gegenteil bewirkt hat.
Samuel Heller

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